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Dinner mit Wildfremden

Richtig gelesen: Essen mit Unbekannten („Social Dining“) ist im Moment total angesagt. Wenn du experimentierfreudig und neugierig bist, neue Leute kennen-zulernen, dann probiere es doch mal mit social dining. Die Zutaten: leckeres Essen und nette Menschen, die zum ersten Mal in ihrem Leben aufeinandertreffen.

Von Hamburg bis München, von Köln bis Berlin beobachte ich gerade diesen Trend – allabendlich treffen sich in deutschen Großstädten einander wildfremde Menschen zum gemeinsamen Essen. Social Dining heißt dieses Konzept. Was der Mitfahrdienst Uber für die Mobilität und was AirBnB fürs Übernachten ist, ist Social Dining fürs Essen und die Gastronomie – der neueste Megatrend der Sharing Economy. Denn Social Dining findet häufig in privaten Küchen, Wohn- und Esszimmern statt. Passionierte Hobbyköche und enthusiastische Gastgeber laden neugierige Feinschmecker in ihre Supper Clubs zu sich nach Hause ein.

Online verabreden 
Wie viele Social-Dining-Events und (geheime) Supper Clubs es in Deutschland bereits gibt, ist nicht bekannt. Doch der Trend hat sich anscheinend wirklich etabliert. Wie ich herausfand entstehen die Verabredungen in der Regel über Online-Portale und soziale Netzwerke, inzwischen gibt es zahlreiche professionelle Anbieter. Die Gastgeber bieten das Dinner auf der jeweiligen Plattform an. Interessenten können sich direkt anmelden oder bewerben. Für Lebensmittel und Getränke, sofern diese nicht von den Teilnehmern selbst mitgebracht werden, zahlen die Teilnehmer eine Umlage. Zusätzlich verlangen manche Vermittlungsplattformen Gebühren. Wie viel man für ein Essen in einem privaten Supper Club auf den Tisch legen muss, ist jedoch sehr unterschiedlich. Los geht es bei zehn Euro. Ein Fünf-Gänge-Menü für Gourmets kann auch schon mal mit 80 Euro und mehr zu Buche schlagen.

Lust auf Neues und Unbekanntes
Die Idee zu Supper Clubs stammt aus Kuba. Der aktuelle Social-Dining-Trend soll seinen Ursprung in New York haben. Felipe Donelly und Tamy Rofe kamen 2010 auf die Idee, Dinner-Partys für Fremde bei sich zu Hause auszurichten. Schnell wurden die kleinen Events zum Geheimtipp. Irgendwann riefen sie jedoch das Gesundheitsamt auf den Plan. Das bedeutete das Ende.

Heute führt das Paar ein kleines Restaurant. Doch was den New Yorkern gefiel, löst auch hierzulande bei vielen Leuten Begeisterung aus. Neue Menschen bei einem Essen in privater Umgebung kennenzulernen, kommt an.

Beim Social Dining geht es schließlich lange nicht nur ums perfekte Dinner. Das Kennenlernen neuer Leute und der Austausch untereinander sind mindestens genauso wichtig.

Geschmackserfahrungen teilen
Sich bei Fremden zum Essen einzuladen, ist ein kleines Abenteuer. Einen besonderen Spaß versprechen auch sogenannte ­Jumping-Dinner. Jeder Gang wird dann in einer neuen Wohnung eingenommen. Zwölf Personen nehmen hier an einem 3-Gänge-Menü teil. Gekocht wird in Zweierteams, mit jedem Gang gibt es einen Tapetenwechsel und neue Gesichter am Tisch. Nach dem Essen treffen sich alle Teilnehmer zum Come-together in einer Bar.

Wem so viel Privatheit zu viel ist, der muss trotzdem nicht aufs Social Dining verzichten. Denn nicht nur in den eigenen vier Wänden gibt es Supper Clubs. Statt auf privatem Terrain trifft sich die Überraschungs-Runde dann in Szenelokals oder Restaurants – und teilt sich einen Tisch. Für Foodisten, aber auch abenteuerlustige Geschäftsreisende, die unterwegs spontan nette Gesellschaft fürs Abendessen suchen, ein ganz besonderes Ess-Erlebnis.

Ich finde diese Art neue Menschen kennen zu lernen, absolut ungezwungen und angenehm. Vielleicht trifft man bei dieser Gelegenheit ja auch den Partner seines Lebens. Denn bei wem geht die Liebe bekanntermaßen nicht durch den Magen?

Probiert es aus!

Für weitere Infos und Termine zu Social Dinings in 5 deutschen Großstädten schaut auch gerne mal hier vorbei: https://chef.one/

Eure Emma