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Mein Sparschwein und ich – ziemlich beste Freunde 2022

Ich brauche keine neuen guten Vorsätze, die alten sind noch praktisch unangetastet – eigentlich genau mein Humor. Trotzdem habe ich mich Ende letzten Jahres gefragt, was ich mir für 2022 zum Ziel setzen möchte. Plötzlich hatte ich die Idee. Überall hört man von steigenden Energiepreisen, Krankenkassen erhöhen ihre Beiträge, Autofahren wird utopisch teuer. Wie lässt sich das alles mit meinem Konto vereinbaren? Oder noch besser: Kann ich es schaffen, in diesem Jahr sogar mehr aus meinem Geld zu machen?

Finanzielle Dinge zu sortieren und vernünftig zu ordnen, gehört für die meisten Menschen nicht gerade zu ihren Lieblingsbeschäftigungen. Zu meinen auch nicht, ehrlich gesagt. Aber gute Vorsätze sollen ja nicht bequem sein, sondern uns ja genau aus der Komfortzone holen. Also habe ich mich mal auf die Suche gemacht nach Tipps und Tricks, wie ich finanziell aus diesem Jahr das Beste herausholen kann.

#1: Was geht rein, was geht raus?
Erste Erkenntnis: Bevor man mit dem Sparen beginnen kann, sollte man unbedingt einen Überblick haben, was einem im Monat überhaupt zur Verfügung steht. Welche Einnahmen habe ich und welche Ausgaben stehen dem gegenüber? Dazu gehören monatliche Rechnungen oder Einzahlungen auf ein Sparkonto oder in eine private Altersvorsorge ebenso wie eventuelle Schuldenrückzahlungen. Eine der einfachsten Möglichkeiten, den Überblick zu haben, ist hier das gute alte Haushaltsbuch. Ganz altmodisch per Hand geschrieben. Vielleicht etwas zeitgemäßer – und manchmal auch echt einfacher – kann eine Trackingsoftware oder App sein. So bleibst du auch unterwegs immer auf dem Laufenden, was deine Finanzen angeht.

Haushaltsbuch: https://www.hugendubel.de/de/buch_kartoniert/time_saver-mein_haushaltsbuch_sparen_planen_wuensche_erfuellen-34669320-produkt-details.html

Finanzmanagement: https://www.bonify.de/finanzmanagement

#2: Budget festlegen
Um seine Finanzen unter Kontrolle zu kriegen, ist die Aufstellung eines monatlichen Budgets sehr hilfreich. Also ein persönlicher Plan, wie das verfügbare Geld jeden Monat ganz konkret ausgegeben wird. Das erspart dir lästiges Grübeln und böse Überraschungen am Ende des Monats. Wie das so ist mit Plänen, müssen sie nicht nur eingehalten, sondern auch kontrolliert werden. Also sollten die Ausgaben verfolgt und am Monatsende überprüft werden, ob das Budget eingehalten wurde. Wenn nicht, kommt der Rotstift ins Spiel. Entweder werden unnötige Ausgaben gekürzt oder alternativ nach zusätzlichen Einnahmequellen gesucht.

#3: Umschlagmethode zur Budgetplanung
Zu der Budgetplanung passt ein Lifehack besonders gut: Die sogenannte Umschlagmethode. Das Prinzip ist äußerst simpel. Du teilst dein Budget in unterschiedliche Kategorien auf: Lebensmittel, Shopping, Freizeit, etc. Das dafür vorgesehene Geld packst du am Monatsanfang bar in Umschläge - ein Umschlag pro Kategorie. Benutze für die verschiedenen Kategorie Umschläge in verschiedenen Farben. Wenn du zum Beispiel einkaufen gehst, nimmst du dann nur den entsprechenden Umschlag und bezahlst mit diesem Geld. So siehst du genau, wieviel du ausgibst und lernst dabei dein Budget einzuhalten. Für Fixkosten wie Miete oder Versicherungsbeiträge benötigst du übrigens keinen Umschlag – die sollten idealerweise per Dauerauftrag oder Lastschrifteinzug bezahlt werden.

#4: Impulskäufe machen glücklich – wirklich?
Seien wir mal ehrlich: Impulskäufe machen schon Spaß - zumindest im Moment des Kaufs. Du gehst in die Stadt, um ein Geburtstagsgeschenk zu kaufen, und bevor du dich versiehst, hast du zwei neue Jeans und ein paar Sneaker gekauft. Brauchst du zwar nicht wirklich, waren aber nun mal im Angebot. Upps. Keine Sorge, das ist bestimmt jedem von uns schon mal passiert. Aber vergiss nicht:  Impulskäufe kratzen am Budget. Der einfachste Weg, um solche Spontankäufe zu vermeiden, ist, nichts sofort zu kaufen. Siehst du zum Beispiel eine Hose, die dir gefällt, warte doch einfach 24 Stunden und frage dich dann, ob es dir immer noch wie ein wichtiger, richtiger Kauf vorkommt. Oder kannst du vielleicht auch echt gut ohne das Teil leben? So reduzierst du nicht nur deine Ausgaben, sondern kaufst auch keinen unnötigen Kram, der am Ende nur Platz wegnimmt.

#4: Konsumschulden vermeiden
Die Versuchung lockt überall: Kaufen auf Pump. An jeder Ecke wird dir für teure Produkte irgendeine Ratenzahlung oder 0 % Finanzierung angeboten. Was dabei häufig ignoriert wird: Jeder Kauf auf Pump bedeutet Schulden. Konsumschulden. Sie sind der größte Feind, wenn du deine Finanzen unter Kontrolle bringen willst. Meine Faustregel lautet daher: Wenn ich für etwas nicht genügend Geld in meinem Budget zur Verfügung habe, dann kann ich es mir schlichtweg (noch!) nicht leisten. Also spare ich darauf hin. Umso größer ist am Ende die Freude, wenn ich das Geld für meinen Wunsch endlich aus eigenen Kräften zusammen bekommen habe.

#5: Verschiedene Konten nutzen
Die Frage, wie viele und welche Bankkonten man haben sollte, ist eine ganz persönliche Entscheidung. Ein Grundsatz für erfolgreiches Sparen ist aber, mindestens sowohl ein Giro- als auch ein Sparkonto einzurichten, um Ausgaben leicht von Ersparnissen zu trennen. Wenn du deine Ersparnisse einfach auf dem Girokonto lässt, ist die Versuchung nur allzu groß, deine hart verdienten Rücklagen „versehentlich“ auszugeben. Mit einem extra Sparkonto minimierst du das Risiko, zur Deckung deiner täglichen Ausgaben auf deine Ersparnisse zurückzugreifen. Stattdessen wirst du dazu angehalten, dein laufendes Budget auf dem Girokonto nicht zu überschreiten.

#6: Finanzen automatisieren
Neigst du dazu, aus Bequemlichkeit Rechnungen verspätet zu bezahlen? Autsch. Dadurch entstehen häufig Mahngebühren oder Verzugszinsen, die dich nur Geld kosten, aber keinerlei Vorteil bringen. Wenn du alles so einrichtest, dass Rechnungen per Lastschriftmandat bezahlt werden, vermeidest du diese böse Falle. Du schaltest dein Geld quasi auf Autopilot. Automatisierung hilft übrigens auch beim aktiven Sparen. Wenn du einen Dauerauftrag von deinem Giro- auf dein Sparkonto über einen bestimmten Sparbetrag einrichtest, läufst du weniger Gefahr, dieses Sparguthaben für deine täglichen Ausgaben anzuknabbern.

#7: Nur Bares ist Wahres
Ein aus meiner Sicht besonders weiser Tipp: Halte dich an Bargeld oder Debitkarten. Kreditkarten sollten möglichst nicht für alltägliche Einkäufe verwendet werden. Die kleinen Plastikkarten mögen praktisch erscheinen, allerdings verführen sie auch und erschweren es, den Überblick zu den Ausgaben zu behalten. Bargeld hilft dabei, sich ein Gefühl für das eigene Ausgabeverhalten zu verschaffen - bei Lebensmitteln, den kleinen Dingen zwischendurch und dem Besuch im Kino. Wenn du also wirklich die Kontrolle über deine Finanzen übernehmen willst, lass deine Kreditkarte zu Hause, damit du nicht in Versuchung kommst, sie zu zücken und dein Budget zu überschreiten.

#8: Ungenutzte Abonnements kündigen
Die Zahl der Karteileichen in Fitnessstudios wird auf mindestens 50 % geschätzt. Das heißt, die Hälfte der Mitglieder haben sich hochmotiviert angemeldet, seitdem zahlen sie brav ihre Monatsbeiträge, haben das Studio aber schon seit Ewigkeiten nicht mehr von innen gesehen. Dieses Phänomen gibt es übrigens auch bei vielen anderen Abos. Die Kündigung eines einmal abgeschlossenen Abos ist vielen Kunden einfach zu aufwendig – auch wenn sie es kaum nutzen. Außerdem fällt es schwer zu kündigen, da bereits sehr viel Geld dafür bezahlt wurde. Zu groß ist die Hoffnung, den Dienst irgendwann doch wieder zu nutzen. Aber Hand aufs Herz: Wie wahrscheinlich ist das? Ganz oft ist es wirklich sinnvoller, nicht genutzte Abos auf der Stelle zu kündigen und so viel Geld zu sparen.

#9: Ein ganzer Tag ohne Geld?
Es soll Menschen geben, die freiwillig ganz ohne Geld leben. Also so weit möchte ich persönlich nicht gehen. Aber wie wäre es denn mal mit einem Tag im Monat, an dem man abgesehen von den Fixkosten überhaupt kein Geld ausgibt? Wenn man alle Mahlzeiten aus den Zutaten zubereitet, die bereits im Kühl- oder Vorratsschrank zu finden sind, sich mit Freunden im Park oder zu Hause trifft oder einfach einen gemütlichen Abend mit einem guten Buch oder ganz entspannt vor dem Fernseher verbringt? Ich kann mir gut vorstellen, dass sich dieser Ansatz nach einer kurzen Gewöhnungsphase auch auf zwei oder mehr Tage im Monat ausweiten und so als echter Sparfuchs der monatliche Sparbetrag maximieren lässt.

#10: 52-Wochen Spar-Challenge
Und jetzt mein Highlight zum Schluss. Also mich hat dieser ultimative Spar-Tipp echt begeistert. Weil er so einfach ist und sofort sichtbare Ergebnisse hervorbringt: Die 52-Wochen-Spar-Challenge. Wie der Name schon vermuten lässt, geht sie genau ein Jahr lang. In jeder Woche steckst du bestimmte Geldbeträge in eine Spardose. In der ersten Woche ist es ein Euro, in der zweiten Woche sind es zwei Euro und immer so weiter, jede Woche also einen Euro mehr. Zugegeben, in der zweiten Jahreshälfte werden die wöchentlichen Beträge dann langsam etwas schmerzhafter, aber ich glaube wirklich, im Geldbeutel fehlt trotzdem nichts. In der letzten Woche wandern demnach 52 Euro in die Spardose. Und jetzt kommt’s: Insgesamt hast du dann nach einem Jahr sage und schreibe 1.378 Euro gespart – und das ohne, dass es groß weh getan hätte. Unglaublich, oder? Viele Menschen beginnen die Challenge am Anfang eines Jahres, damit sie die Kalenderwochen als Gedankenstütze nutzen können. Das muss aber gar nicht sein – 52 Wochen sind 52 Wochen, egal wann man einsteigt.

Du weißt nicht wohin mit deinen ersten Münzen? Hier eine Idee für deine individuelle diy-Spardose:
https://www.youtube.com/watch?v=mjgt3l129po

Also mein Plan steht: 2022 wird mein Spar-Jahr. Und deshalb stecke ich jetzt in der vierten Kalenderwoche auch schnell vier Euro in mein Sparschwein. Denn Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Mist.

Alles Liebe,
Eure Emma Bagel