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Resilienz - So überstehst Du stürmische Zeiten

Es ist wirklich spannend: Jeder von uns kennt Menschen, die in Stresssituationen schnell den Kopf verlieren, während sich andere scheinbar durch nichts aus der Bahn werfen lassen. Es gibt immer wieder Situationen im Leben, die wir einfach nicht ändern können. Dazu gehören etwa so alltägliche Dinge wie im Stau zu stehen oder schlechtes Wetter. Oder auch deutlich herausforderndere Zeiten, wie wir sie alle in den vergangenen Monaten erlebt haben.

Social Distancing, die Angst vor einer Infektion, Sorgen um Angehörige, Existenzängste, Kurzarbeit, Homeschooling…die Folgen der Pandemie haben viele Menschen auf eine psychische Belastungsprobe gestellt. Es gibt Menschen, die sich darüber einfach nicht aufregen, weil sie das Unvermeidbare akzeptieren und somit wertvolle Energie nicht durch Ärger oder Unmut vergeuden. Das hat nichts mit Gleichgültigkeit zu tun, sondern mit der Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die man nicht ändern kann. Andere haben damit größere Schwierigkeiten. Ich habe mich gefragt, woran das liegt.

Stehauf-Männchen – es gibt sie wirklich

Kennt Ihr den Begriff "Resilienz"? Der ist derzeit in aller Munde. Resilienz ist eine Art "Stehauf-Strategie". Also die Fähigkeit, widrigen Lebensbedingungen oder Krisen zu trotzen, auf unvorhergesehene Ereignisse flexibel zu reagieren und dabei psychisch gesund zu bleiben. Resiliente Menschen lassen Schicksalsschläge an sich abprallen – so wirkt es zumindest oft. Und tatsächlich stammt der Begriff Resilienz vom lateinischen Wort „resilire“, was so viel bedeutet wie „zurückspringen“ oder „abprallen“. Resiliente Menschen beweisen also eine innere Stärke oder psychische Widerstandsfähigkeit, die sie in Krisen stark machen.

Flexibel und widerstandsfähig wie ein Bambus

Hier kommt gerne das Bild der Bambuspflanze ins Spiel. Der Bambus ist die widerstandsfähigste Pflanze der Welt. Egal bei welchen Bedingungen, Hochwasser oder extremer Dürre, selbst wenn der Bambus unter einer großen Schneelast für lange Zeit auf dem Boden lag, steht er einfach wieder auf und wächst weiter. Aber wie macht er das? Der Bambus zeigt Beweglichkeit und Flexibilität, ist zugleich tief verwurzelt, stabil und standhaft. Das Gute ist: Was der Bambus schafft, können auch wir schaffen. Jeder von uns hat sozusagen einen Bambus in sich. Das ist unsere innere Widerstandskraft, eben unsere Resilienz.

Menschen mit einer hohen Resilienz haben üblicherweise ebenfalls starke Wurzeln, vor allem durch ein stabiles soziales Umfeld. Außerdem begegnen sie äußeren Dingen, die nicht veränderbar sind, mit einer optimistischen Grundhaltung. Entscheidend in jeder schwierigen Situation ist natürlich auch, dass wir genügend Energie haben. Wir brauchen Kraft um zu handeln, so wie der Bambus die Kraft hat, das ganze Jahr über grüne Blätter zu tragen. Unsere Energiespender sind die körperliche und geistige Vitalität und die Fähigkeit, sich nicht als Opfer der Umstände zu sehen, sondern Dinge aktiv anzugehen und Veränderbares zu verändern.

Raus aus der Komfortzone

Resilient zu sein bedeutet aber nicht, niemals niedergeschlagen zu sein, nie Sorgen oder Ängste zu haben. Es geht auch nicht darum, Herausforderungen aus dem Weg zu gehen, egal ob beruflich oder privat. Eine Geburtstagsrede zu halten, mag zum Beispiel bei dem einen oder anderen Stress auslösen. Die eigene Komfortzone zu verlassen, diesen Stress zu bewältigen und am Ende idealerweise dafür Lob und Anerkennung zu erfahren, stärkt aber die eigene Resilienz.

Resilienz lässt sich trainieren

Die Grundsteine für Resilienz werden in den frühen Kindheitsjahren gelegt und erklären, warum bestimmte Menschen seelisch widerstandsfähiger sind als andere. Es ist trotzdem möglich, auch als Erwachsener aktiv an seiner Resilienz zu arbeiten. Denn Resilienz ist wie ein Muskel, der trainiert werden kann. Ein paar Trainingseinheiten habe ich für Euch mal zusammengestellt:

·        Unsere Wurzeln sind unsere sozialen Kontakte. Pflege Deine Beziehungen zur engen Familie, zu Freunden, Kollegen, Nachbarn, der Gemeinde. Vor allem in schwierigen Zeiten wirkt Dein soziales Umfeld wie ein emotionaler Puffer.

·        Mach Dir bewusst: Manches im Leben lässt sich nicht verwirklichen. Konzentriere Dich auf das, was Dir möglich ist und hänge nicht zu lange dem vermeintlich Verpassten nach.

·        Werde zum Optimisten. Ist das Glas halb voll oder halb leer? Ganz ehrlich: Das hängt von Deiner Erwartungshaltung ab. Resiliente Menschen gehen davon aus, dass das Leben mehr Positives als Negatives bringt – und sie werden jedes Mal in ihrem Vertrauen bestärkt, sobald Gutes eintritt.

·        Führe Dir vor Augen, was Du schon geschafft hast. Auf wen Du dabei zählen konntest und wer sich mit Dir gefreut hat. Feiere kleine Erfolge und steigere so Dein Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl.

·        Konzentriere Dich auf Deine Stärken und probiere etwas Neues aus.  Ein neues Kochrezept, eine neue Sportart, fotografieren oder stricken, ganz egal. Dein Gehirn braucht Erfolgserlebnisse. Und nimm’s mit Humor. Lache ruhig darüber, wenn es schief geht.

·        Werde kreativ und denke in Lösungen. Probleme erzeugen Stress und Stress vermindert die Denkfähigkeit und die Kreativität. Bremst Dich ein Problem aus, schreibe es auf und erstelle eine „Liste der Handlungsalternativen“. Die dürfen gerne auch etwas verrückt sein. So startest Du einen Kreativitätsprozess, der Dich wieder handlungsfähig macht.

Ganz praktische Übungen, wie Ihr Eure Resilienz stärken könnt, findet Ihr in diesem Video:

https://www.das-resilienz-programm.de/ratgeber/resilienzuebungen.html

 

Lasst Euch also von unvorhergesehenen Situationen nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Ihr könnt Sie meistern!

 

Bis bald,

Eure Emma Bagel