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Rund um die Welt ins neue Jahr

Bald ist es wieder so weit: Jahr für Jahr wird am 31. Dezember um Punkt Mitternacht das neue Jahr eingeläutet. Auch wenn in diesem Jahr alles noch einmal ein wenig anders laufen wird, als wir es uns gewünscht haben, der Jahreswechsel ist und bleibt für mich immer ein ganz besonderer Moment. Irgendwie magisch, findet Ihr nicht auch?

Knallende Sektkorken und gute Vorsätze haben Konjunktur. Schlag zwölf liegen wir – unter normalen Umständen – unseren Freunden, unserer Familie oder eben einfach dem, der gerade neben uns steht, mit einem fröhlichen „Prost Neujahr“ in den Armen. Ohne Feuerwerk, Bleigießen, Fondue oder den Filmklassiker „Dinner for One“ ist das Silvesterprogramm für viele von uns einfach nicht komplett.  

Ausgelassen gefeiert wird das neue Jahr überall auf der Welt. Nur halt anders als hier. Rote Unterwäsche spielt da zum Beispiel eine besondere Rolle. Oder auch Granatäpfel, Kartoffeln oder eine Vogelscheuche. Ein Kurztrip über Silvester nach Prag, Edinburgh oder Istanbul ist momentan nicht ganz so unbeschwert möglich, neugierig auf die unzähligen unterschiedlichen Traditionen und Bräuche bin ich aber trotzdem. Also habe für Euch mal eine Kuriositätenreise um die Welt gestartet. Angefangen im Osten, wo die Sonne bekanntlich früher aufgeht und die Menschen daher das neue Jahr früher willkommen heißen als wir.

17:00 Uhr: Licht aus, Fenster auf
Auf den Philippinen werden am Silvesterabend alle künstlichen Lichter ausgeschaltet und Türen und Fenster weit geöffnet. So verlässt die negative Energie des alten Jahres das Haus und positive Energie für das neue Jahr kommt hinein.

22:00 Uhr: Fliegende Granatäpfel
Ein gefährliches Pflaster für Passanten können die Straßen in der Türkei am Silvesterabend sein: Hier werden Granatäpfel von den Balkonen geworfen. Je stärker der Granatapfel aufplatzt und seine Kerne verteilt, umso erfolgreicher und glücklicher wird das neue Jahr.

23:00 Uhr: Achtung, Hiebe!
Auch wer in Bulgarien am Neujahrstag vor die Tür tritt, sollte sich besser in Acht nehmen. Es könnte passieren, dass man vor allem von Kindern einen – natürlich sanften – Hieb auf den Rücken mit einem Kirschzweig abbekommt. Die Kornelkirsche gilt als Baum mit besonderen Eigenschaften, da dieser zäh und widerstandsfähig ist. Diese Tugenden sollen beim Berühren auf die Menschen übergehen und Gesundheit und Reichtum im neuen Jahr bringen. Für die Kinder gibt es bei diesen Neujahrswünschen stets Geschenke, Geld oder Süßigkeiten.

0:00 Uhr: Ein Blick ins Apfelorakel
Die Tschechen befragen an Silvester das Apfelorakel, was das neue Jahr für sie bereithält. Dafür riskieren sie vor Mitternacht den Blick in das Innere eines Apfels und lesen aus der Anordnung der Kerne ihr Schicksal ab. Deutet die Anordnung des halbierten Apfels ein Kreuz an, so droht Unheil. Bei einer sternenförmigen Anordnung wird das neue Jahr mit Glück gesegnet.

1:00 Uhr: 12 Trauben zu Mitternacht
Eine geradezu sportliche Herausforderung ist der Beginn des neuen Jahres in Spanien: Mit den 12 Glockenschlägen um Mitternacht verspeisen die Spanier 12 Trauben - mit jedem Glockenschlag und für jeden Monat des neuen Jahres eine. Bei jeder Traube darf man sich etwas für das kommende Jahr wünschen. Sind bis Ende der Glockenschläge alle Trauben gegessen, wird das neue Jahr mit viel Glück einhergehen. Nicht nur in Spanien, sondern auch in anderen südlichen Ländern wie Italien, Portugal oder Mexiko ist es zudem für Frauen fast zur Pflicht geworden, an Silvester rote Unterwäsche zu tragen. Sie bringt Glück, heißt es. Noch besser ist es, diese rote Unterwäsche geschenkt zu bekommen. Das verspricht angeblich nicht nur flammende Leidenschaft, sondern auch die große Liebe.

2:00 Uhr: Schwitzen in der Sauna
In Finnland geht’s heiß zu: Um gesund ins neue Jahr zu kommen, geht man in die Sauna und trinkt einen Sekt. Anschließend wird sich mit Familie oder Freunden in Restaurants oder zu Hause getroffen, um zu feiern. Ähnlich wie wir, erhoffen sich auch die Finnen einen Blick auf ihre Zukunft beim Bleigießen, allerdings kühlt hier das Blei im kalten Schnee aus. Am Neujahrstag geht’s wieder in die Sauna, allerdings jetzt schweigend. Es gibt wohl ein Sprichwort: Wer zuerst spricht im neuen Jahr, den plagen im Sommer die Mücken.

3:00 Uhr: Weiße Kleidung als Glücksbringer
In der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro verwandelt sich die Copacabana in eine riesige Partymeile. Besonders wichtig am Zuckerhut: An Silvester trägt man Weiß. Denn Weiß steht für Reinheit und Frieden. Ein weiteres Ritual der Brasilianer ist es, der Meeresgöttin Yemanjá zu gedenken. Da Yemanjá als sehr eitel gilt, werden kleine Schiffchen mit Parfüms, Seifen, Spiegel, Kämme, Halsketten oder ähnlichem ins Wasser gelassen.

4:00 Uhr: Brennende Vogelscheuchen
Um jegliches Unglück und alles Schlechte aus dem vergangenen Jahr hinter sich zu lassen, wird in Ecuador am Silvesterabend um Mitternacht eine Vogelscheuche angezündet. Doch nicht irgendeine, denn die Figur ist mit Briefen, Fotos oder anderen persönlichen Gegenstände gefüllt, die alle negativen Ereignisse aus dem vergangenen Jahr verkörpern. Sie werden verbrannt, um nicht mit in das neue Jahr genommen zu werden.

5:00 Uhr: Böse Geister rausspülen
Nass geht es auf Puerto Rico zu: Auf der Karibikinsel schütten viele Menschen einen Eimer Wasser aus dem Fenster, um böse Geister aus dem Haus zu spülen oder werfen sich um Mitternacht rücklings in die Wellen.

6:00 Uhr: Kartoffeln unter dem Sessel
In Peru steht die Kartoffel im Zentrum eines Silvesterbrauchs: Unter einen Sessel oder eine Couch werden drei Kartoffeln gelegt: Eine ganz geschälte, eine halb geschält und eine ungeschälte Kartoffel. Um Mitternacht wird eine Kartoffel blind gewählt und hervorgeholt. Die ungeschälte Kartoffel verspricht ein gutes Jahr mit Geldsegen, die halbgeschälte Kartoffel ein normales Jahr und die geschälte Kartoffel ein Jahr mit Geldsorgen.

7:00 Uhr: Eier auf der Fensterbank
Es verleitet echt zu einem Wortspiel: In El Salvador gibt es eine ungewöhnliche Variante des Bl(Ei)gießens. Um Mitternacht wird ein rohes Ei in eine kleine Schlüssel gegossen, die über Nacht auf der Fensterbank bleibt. Die Form, die das Ei am folgenden Morgen angenommen hat, gibt Hinweise darauf, was das neue Jahr bringen wird.

Also, Ihr Lieben, wie wär’s? Rein in die rote Wäsche, Kartoffeln, Weintrauben und Kirschzweige nicht vergessen und ab in die Sauna. Dann stehen die Chancen auf ein glückliches neues Jahr doch richtig gut. Aber egal wie Ihr den Jahreswechsel auch verbringt, ich wünsche Euch einen ganz besonders guten Rutsch und ein fröhliches und gesundes neues Jahr 2022!

Eure Emma